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Ode an die Küche

Also, ich betrauere den Verlust der Küche. Meine Freundin war noch eine der letzten, die eine richtig große Küche hatte - mit Vorratskammer, gescheuertem Holztisch, Büfett, mit Eckbank und Ausgang in den Garten.
Ach wie oft haben wir da gesessen, Pilze geputzt, gekocht, gebügelt, gegessen, Wein getrunken, bis morgens geredet. Die Küche war der gemütlichste Raum im Haus, Zufluchtsort und Zauberreich der schönen Düfte, wenn gebacken, gebraten, eingemacht wurde.

Die Freundin ist umgezogen, hat ein Wohnzimmer mit Eßecke und Küchenzeile, offen, alles praktisch umbaut, das Büfett ist beim Trödler, der Holztisch steht im Keller, man zieht aus der Zeile nach Bedarf Arbeitsplatten und schiebt sie wieder zurück, fertig, aufgeräumt, praktisch, kalt. Die Küche ist tot. Kochnischen haben wir, die moderne Küchenbar, wir frühstücken auf Chromhockern vor Granitplatten.
Und unsere Katzen haben keine Körbchen mehr auf dem Backherd stehen. Nein, ich will sie nicht, die "guten alten Zeiten", sie waren alles andere als gut. Wir waren arm, Vater hätte ruhig auch mal Kartoffeln schälen können, und die gemütliche Küche hielt die Ehe nicht zusammen. Aber es fehlt trotzdem was. Es kann doch nicht sein, daß der Platz vorm Wohnzimmerfernseher der Familientreffpunkt ist - am Couchtisch, der nur zum Abstellen der Bierflasche taugt. Die Küche hatte eine so schöne Funktion: Gemeinsam etwas Kochen, sich Geschichten erzählen, die Töpfe auslecken, mitkriegen, was der andere tut. Die übrigen Zimmer waren ja eh nicht geheizt.

Oder die Abende bei der Freundin - kamen die Kinder heim, dann gingen sie nicht auf ihr Zimmer, sondern sie schauten zuerst in die Küche, flegelten sich an den Tisch, aßen, erzählten, brachten Freunde mit. Es gab immer genug Stühle.
Wer hat schon heute noch eine so große Küche! Auf DIN-Maß ist er zusammengeschrumpft, dieser schöne Ort, und da kann man weder Spaß am Haushalten noch Muße für die Familie haben. Wer außer der Person, die gerade den Braten in den Mikrowellenherd schiebt, in der Küche herumsteht, der stört schon. Dafür ist alles elektrisch oder elektronisch und bis auf den Millimeter und in die letzte Ecke ausgefüllt. Durch die Hilfe immer raffinierter Maschinen ist die Zeit, die wir in der Küche zubringen, kürzer geworden, also kann der Platz gespart werden, und die Wohnzimmer geraten dafür zu Tanzsälen mit dieser berühmten Essecke, die nach den Mahlzeiten sofort wieder auf- und abgeräumt wird, weil ja sonst das berühmte Wohnzimmer irgendwie unordentlich aussieht.

Adieu, ihr schönen langen Abende mit hitzigen Diskussionen vor abgegessenen Tellern, und noch um zwei Uhr nachts säbelten wir an der Salami rum und machten noch eine Flasche auf und sagten: Weißt du noch? Und es gab keinen Fernseher in der Küche.

Ich brauche kein Wohnzimmer. Was ist dieses "Wohnen"? Repräsentation von Besuch? Geschenkt.
Ich brauche ein Arbeitszimmer mit Schreibtisch und Büchern, ein Zimmer mit Kleiderschrank und Bett und eine große helle Küche mit zehn bequemen Stühlen. Wo sind die Architektinnen, die uns das bauen?

Quelle (Spiegel) Elke Heidenreich


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