Naturstein macht jede Küchenarbeitsplatte zu einem Unikat. Farbe, Struktur und Oberflächenwirkung werden durch das natürlich entstandene Material geprägt und können selbst innerhalb derselben Gesteinsart unterschiedlich ausfallen.
Auch die Pflegeeigenschaften sind nicht bei jedem Naturstein gleich. Gesteinsart, Oberflächenbearbeitung, Imprägnierung und Hersteller können unterschiedliche Anforderungen mit sich bringen. Deshalb gilt: Die Pflegehinweise zu Ihrer konkreten Arbeitsplatte haben immer Vorrang vor allgemeinen Reinigungstipps.
Das Wichtigste in Kürze
Entfernen Sie Flüssigkeiten und Verschmutzungen möglichst zeitnah. Verwenden Sie für die tägliche Reinigung ein weiches, sauberes Tuch und nur ein für die vorhandene Natursteinoberfläche geeignetes Reinigungsmittel. Säurehaltige, scheuernde oder anderweitig aggressive Mittel sollten ohne ausdrückliche Freigabe nicht eingesetzt werden.
Hartnäckige Flecken, stumpfe Stellen oder Beschädigungen sollten nicht mit ungeprüften Hausmitteln behandelt werden. Lassen Sie die Oberfläche im Zweifel fachlich beurteilen.
Inhalt dieses Ratgebers
- Warum sich Natursteine unterschiedlich verhalten
- Naturstein im Alltag schonend reinigen
- Verschüttete Flüssigkeiten und Flecken
- Was Sie bei Naturstein vermeiden sollten
- Hitze, Kratzer und mechanische Belastung
- Was ist bei einer Imprägnierung zu beachten?
- Hinweis zu Reinigungsmitteln und unserem Pflegeset
- Kurze Pflege-Checkliste
- Häufig gestellte Fragen
Warum sich Natursteine unterschiedlich verhalten
Der Begriff Naturstein umfasst verschiedene Gesteinsarten mit unterschiedlichen Eigenschaften. Hinzu kommen verschiedene Oberflächenbearbeitungen und Schutzbehandlungen. Eine polierte Oberfläche kann sich bei der Reinigung anders verhalten als eine matte, gebürstete oder strukturierte Ausführung.
Aus diesem Grund lassen sich Aussagen zur Fleckenempfindlichkeit, Säurebeständigkeit oder notwendigen Nachpflege nicht pauschal auf jede Naturstein-Arbeitsplatte übertragen.
Vor der Verwendung eines Reinigungs- oder Pflegemittels sollten daher folgende Punkte geklärt sein:
- Welche genaue Gesteinsart wurde eingebaut?
- Wie wurde die Oberfläche bearbeitet?
- Wurde die Arbeitsplatte imprägniert oder anderweitig behandelt?
- Welche Mittel gibt der Hersteller beziehungsweise Steinlieferant frei?
- Ist die Oberfläche intakt oder bereits verändert?
Wenn Ihnen diese Angaben nicht vorliegen, sollten Sie bei unserem Serviceteam oder beim zuständigen Fachbetrieb nachfragen.
Naturstein im Alltag schonend reinigen
Für die tägliche Pflege ist eine zurückhaltende Vorgehensweise sinnvoll. Entfernen Sie lose Krümel und Schmutzpartikel vorsichtig, damit diese beim Wischen nicht über die Oberfläche gerieben werden.
Anschließend kann die Fläche mit einem weichen, sauberen Tuch gereinigt werden. Verwenden Sie nur wenig Wasser und ein Reinigungsmittel, das ausdrücklich für die vorhandene Natursteinoberfläche geeignet ist. Rückstände des Reinigers sollten entsprechend den Anwendungshinweisen entfernt werden.
Wichtige Grundregeln sind:
- Verschmutzungen möglichst zeitnah entfernen
- nur weiche und saubere Tücher verwenden
- Schmutzpartikel nicht über die Oberfläche reiben
- keine unterschiedlichen Reinigungsmittel miteinander mischen
- Pflege- und Anwendungshinweise des Herstellers beachten
- die Oberfläche nach der Reinigung bei Bedarf trocknen
Verschüttete Flüssigkeiten und Flecken
Verschüttete Flüssigkeiten sollten möglichst schnell aufgenommen werden. Das gilt besonders für intensiv färbende, fetthaltige oder säurehaltige Lebensmittel und Getränke.
Tupfen Sie die Flüssigkeit zunächst mit einem saugfähigen, weichen Tuch ab. Starkes Reiben kann die Verschmutzung unnötig verteilen. Reinigen Sie die Stelle anschließend entsprechend den Vorgaben für Ihre Arbeitsplatte.
Bleibt ein Fleck sichtbar, sollten Sie nicht nacheinander verschiedene Reiniger und Hausmittel ausprobieren. Je nach Fleck und Naturstein können ungeeignete Behandlungen die Oberfläche aufhellen, verfärben oder anderweitig verändern.
Eine fachliche Beurteilung empfiehlt sich insbesondere bei:
- eingezogenen Fett- oder Ölflecken,
- dunklen oder hellen Verfärbungen,
- matten beziehungsweise stumpfen Stellen,
- Rändern, deren Ursache nicht eindeutig ist,
- Abplatzungen, Rissen oder tieferen Kratzern.
Sie sind bei Ihrer Naturstein-Arbeitsplatte unsicher?
Bevor Sie einen intensiven Reiniger, Fleckenentferner oder ein Pflegemittel einsetzen, sollte die genaue Steinoberfläche bekannt sein. Unser Serviceteam hilft Ihnen gerne dabei, die passenden Pflegehinweise für Ihre Arbeitsplatte zu finden.
Serviceteam kontaktierenWas Sie bei Naturstein vermeiden sollten
Welche Substanzen eine Natursteinoberfläche verträgt, hängt vom konkreten Material ab. Ohne ausdrückliche Freigabe sollten Sie insbesondere folgende Produkte und Methoden vermeiden:
- säurehaltige Reiniger und ungeprüfte Entkalker,
- stark alkalische oder aggressive Reinigungsmittel,
- Scheuerpulver und Scheuermilch,
- Stahlwolle und harte Reinigungsschwämme,
- Dampfreiniger,
- Backofenreiniger und andere Spezialreiniger für fremde Anwendungsbereiche,
- ungeprüfte Hausmittel,
- das Vermischen verschiedener Reinigungsprodukte.
Auch Mittel, die häufig als natürlich oder besonders mild beworben werden, sind nicht automatisch für Naturstein geeignet. Entscheidend ist die ausdrückliche Eignung für die konkrete Oberfläche.
Hitze, Kratzer und mechanische Belastung
Stellen Sie heiße Töpfe, Pfannen und Backbleche nicht unmittelbar auf der Naturstein-Arbeitsplatte ab. Verwenden Sie geeignete Untersetzer. Dadurch schützen Sie nicht nur den Stein, sondern auch mögliche Imprägnierungen, Fugen und angrenzende Materialien.
Zum Schneiden sollte grundsätzlich ein Schneidebrett verwendet werden. Harte oder kantige Gegenstände können Spuren verursachen. Verschieben Sie schwere Küchengeräte nicht über die Arbeitsplatte, sondern heben Sie sie vorsichtig an.
Sand, Salz und andere harte Partikel sollten vor dem Wischen entfernt werden. Werden sie mit einem Tuch über die Fläche bewegt, können abhängig von Material und Oberfläche Gebrauchsspuren entstehen.
Was ist bei einer Imprägnierung zu beachten?
Manche Naturstein-Arbeitsplatten werden imprägniert, um das Eindringen bestimmter Flüssigkeiten zu vermindern. Eine Imprägnierung macht die Oberfläche jedoch nicht automatisch unempfindlich gegen jede Verschmutzung oder Chemikalie.
Ob eine Imprägnierung erneuert werden muss und welches Produkt dafür geeignet ist, hängt von der Steinart, der vorhandenen Behandlung und den Herstellervorgaben ab. Ein allgemeines Pflegeintervall lässt sich daher nicht seriös festlegen.
Tragen Sie eine Imprägnierung nicht vorsorglich oder ohne eindeutige Produktempfehlung auf. Eine ungeeignete oder fehlerhafte Anwendung kann das Erscheinungsbild verändern. Lassen Sie die Oberfläche bei Unsicherheit fachlich beurteilen.
Hinweis zu Reinigungsmitteln und unserem Pflegeset
Die Hinweise in diesem Ratgeber beschreiben allgemeine, vorsichtige Grundregeln. Sie ersetzen keine material- und herstellerspezifische Pflegeanleitung.
Ergänzend können wir Ihnen unser eigenes Reinigungs- und Pflegesortiment empfehlen. WM Küchen vertreibt ausgewählte, eigen gelabelte Produkte der Marke HOTREGA. Auch hierbei muss vor der Anwendung geprüft werden, ob das jeweilige Produkt für die konkrete Natursteinart und Oberflächenbehandlung freigegeben ist.
Wenn Sie ein Reinigungs- oder Pflegemittel von uns erhalten haben und bei der Anwendung unsicher sind, sprechen Sie bitte unser Serviceteam an. So können wir die Empfehlung mit Ihrer Arbeitsplatte abgleichen.
Weitere Informationen zu den unterschiedlichen Materialien finden Sie in unserem Ratgeber „Arbeitsplatten im Vergleich: Material, Eigenschaften und Pflege“.
Kurze Pflege-Checkliste
- Gesteinsart und Oberflächenbehandlung feststellen
- Herstellerhinweise beachten
- Flüssigkeiten und Flecken zeitnah aufnehmen
- Nur weiche, saubere Tücher verwenden
- Schmutzpartikel vor dem Wischen entfernen
- Nur ausdrücklich geeignete Reiniger einsetzen
- Keine ungeprüften Hausmittel verwenden
- Heiße Gegenstände auf Untersetzern abstellen
- Zum Schneiden ein Schneidebrett verwenden
- Hartnäckige Flecken und Schäden fachlich beurteilen lassen
Häufig gestellte Fragen
Kann ich Naturstein mit Spülmittel reinigen?
Das lässt sich nicht für jede Natursteinoberfläche pauschal beantworten. Inhaltsstoffe und Rückstände können je nach Produkt und Oberfläche unterschiedlich wirken. Verwenden Sie nur einen Reiniger, der für Ihre konkrete Arbeitsplatte freigegeben ist.
Darf ich Essig oder Zitronensäure auf Naturstein verwenden?
Ohne eine ausdrückliche Freigabe sollten säurehaltige Mittel nicht auf Naturstein verwendet werden. Bestimmte Gesteinsarten können empfindlich auf Säuren reagieren und sichtbare Oberflächenveränderungen entwickeln.
Wie entferne ich Fettflecken aus Naturstein?
Nehmen Sie frisches Fett möglichst schnell mit einem saugfähigen Tuch auf. Ist es bereits eingezogen, sollte die weitere Behandlung auf die genaue Steinart und Oberfläche abgestimmt werden. Verzichten Sie auf ungeprüfte Fleckenentferner und lassen Sie den Fleck fachlich beurteilen.
Muss jede Naturstein-Arbeitsplatte imprägniert werden?
Nein, hierzu ist keine allgemeingültige Aussage möglich. Ob eine Imprägnierung vorhanden oder erforderlich ist, richtet sich nach dem Produkt, der Oberfläche und den Vorgaben des Herstellers beziehungsweise Steinlieferanten.
Kann ich einen Mikrofasertuch verwenden?
Die Eignung hängt von der Beschaffenheit des Tuchs und der Oberfläche ab. Besonders weiche, ausdrücklich geeignete Tücher können verwendbar sein. Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie besser ein weiches, sauberes Baumwolltuch.
Darf ein heißer Topf auf Naturstein abgestellt werden?
Wir empfehlen, grundsätzlich einen geeigneten Untersetzer zu verwenden. Dadurch werden der Stein, seine Oberflächenbehandlung sowie Fugen und angrenzende Materialien geschützt.
Wie lassen sich stumpfe Stellen entfernen?
Eine stumpfe Stelle kann unterschiedliche Ursachen haben. Eine ungeeignete Eigenbehandlung kann den sichtbaren Unterschied verstärken. Lassen Sie die Stelle deshalb zunächst fachlich beurteilen.
Fazit: Die konkrete Natursteinoberfläche entscheidet
Naturstein ist langlebig und individuell, benötigt jedoch eine auf das konkrete Material abgestimmte Pflege. Für den Alltag gilt: Verschmutzungen zeitnah entfernen, schonend arbeiten und ausschließlich geeignete Reinigungsprodukte verwenden.
Bei hartnäckigen Flecken, Oberflächenveränderungen oder Fragen zur Imprägnierung sind pauschale Hausmittel keine sichere Lösung. Die Herstellerhinweise beziehungsweise eine fachliche Beurteilung bilden die zuverlässigste Grundlage.





